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Artikel-Schlagworte: „Trägerrock“

Den Artikel zu meinen ursprünglichen Überlegungen zu den Trägerrockfragmenten H14A-B habe ich nunmehr zusammen mit Stephan überarbeitet.

In diesem Artikel wird ausschließlich auf einen möglichen Schnitt eingegangen; nähere Angaben über Nähsticharten, Abnäher und Zierflechte sind aus “Die Textilfunde aus dem Hafen von Haithabu” entnehmbar. Die Zierflechte jedoch wird auf dieser Homepage zu einem späteren Zeitpunkt gesondert behandelt werden. Als ich 2008 erstmalig versuchte, aus den Fragmenten H14A-B Rückschlüsse auf einen Schnitt zu ziehen, habe ich folgende Erwägungen zugrunde gelegt: Da das Fragment asymmetrisch geformt ist, ist von einem entsprechenden Vorderteil auszugehen. Ich habe bei Fragment H14A den seitlichen vertikalen Winkel der “leicht gebogenen Kante” von 15° verlängert und habe die gerade Seite als rückwärtige Mittelnaht angenommen…  der gesamte Artikel ist auf http://www.skjoldmus.de/Anleitung-Traegerrock.html zu finden. Ich empfehle dringend, auch diese Hinweise zu lesen: http://www.skjoldmus.de/Anleitung_Allgemeines.html

Kai-Erik hat von Frau Prof. Hägg die Erlaubnis erhalten, die Übersetzung ihres Artikels zu veröffentlichen. Vielen Dank an dieser Stelle an Frau Prof. Hägg und Kai-Erik Ballak.
Ich möchte meinen Blog-Lesern diesen Artikel nun ans Herz legen:

Das Interesse der Öffentlichkeit für archäologische Arbeit ist groß und neue Errungenschaften auf diesem Gebiet werden verhältnismäßig viel Platz in den Medien, in der Populärliteratur, in Ausstellungen und anderen Zusammenhängen bereitet. Wie zuverlässig sind dann die in dieser Weise vermittelten Ergebnisse und wie repräsentativ sind sie für die archäologische Forschung?

Den gesamten Atikel gibt es auf http://www.haithabu-tagebuch.de/artikel/haegg_tracht_2010.html

(@Kai-Erik: *hihi* das sehe ich jetzt erst: das Headerbild auf der Seite zeigt ja meine obere Trägerrockabschlusskante! :-) Sehr schön, da sieht man endlich mal die “ripsartige Tuchbindung” :-) )

Richtlinie war das Fragment H14A-B. Ripsartige Tuchbindung, rötlichbraun eingefärbt. Webekante oben. Zum Schnitt habe ich bereits 2007 etwas geschrieben. Ich preferiere noch immer den dreiteiligen Schnitt.

Fotos von Kai-Erik (www.haithabu-tagebuch.de):

(Copyright Kai-Erik Ballak) (Copyright bei Kai-Erik Ballak)

Original-Textilfragmente wie das H14, welches hier zugrunde lag- gibt es übrigens nicht mehr in der Ausstellung.
Vielmehr werden kleine Filme von normalen Darstellern gezeigt, die das äußere Erscheinungsbild zeigen sollen.
Gläserne Spinnwirtel, Lederfunde/Schuhe und manch Anderes fehlt ebenso im Original.
Dafür gibt es viele bisher nicht gezeigte spektakuläre Funde und es wird viel mehr auf die Handelsbeziehungen eigegangen. Für den normalen Besucher ist die Ausstellung spektakulär, spannend, unterhaltsam. Auch sind jetzt Begleittexte in Englisch und Dänisch dabei.
Wer allerdings z.B. ein Bekleidungsstück herstellen möchte, muss nun allein auf Literatur zurückgreifen und muss auf das Ansehen im Original verzichten. Schade, denn manche Dinge sind in den Fundberichten auch nicht oder nur zeichnerisch abgebildet.

Fotos zum Saisonstart in den Wikingerhäusern Haithabu bei: Kai-Erik

Das Thema beschäftigt mich hin und wieder nun schon seit 3 Jahren. Wie mag die Zierflechte aus sechs Fäden (je 3 rote und 3 gelbe) geflochten worden sein? Die Fäden sind jeweils z-gesponnen und s-gezwirnt. Ich habe es mit Flechten, Slyngning und Fingerloop probiert.
Die vor zwei Jahren mit Fingerloop hergestellten Zierflechten meines blauen Trägerrocks (aus Krapp-Hellrot und Walnuss-Hellbraun /mangels Gelb) habe ich wieder aufgemacht, da man bei Fingerloop die Fäden jeder Farbe doppelt  hat und dieses bei der Flechte offenbar nicht der Fall ist. Die Flechten waren dadurch auch viel zu breit geraten. Bei Fingerloop müsste man also eine Schlaufe aus beiden Farben zusammenknoten. Wie dann der Flechtrythmus ginge, habe ich bisher nicht herausgefunden.
Gestern habe ich angefangen, mit je drei Fäden einer Farbe ganz klassisch zu flechten; nimmt man pro Strang je zwei unterschiedliche Farben und legt diese sorgfältig nebeneinander über den mittleren Faden, so erhält man ein Ergebnis, welches der Musterzeichnung (n. Prof. I.Hägg) oberflächlich recht nahe kommt.

Es ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss, überzeugt bin ich noch nicht.

(Bild: links die alte Zierflechte, rechts neu aus 6 Fäden geflochten)

Nachtrag:

Flo hat eine tolle Lösung gefunden:
KLICK HIER

Endlich habe ich das Buch hier:

vikingageships2.jpg

 

Darin (nicht in den “Holzfunden von Haithabu”) ist die “Haithabu-Truhe” beschrieben; die Truhe wurde aufgebrochen und mit einem Stein beschwert im Hafen gefunden, nicht auf einem Wrack/Boot.

Lodin hat die Truhe sehr gut rekonstruiert.

Auf meinem Krankenlager bin ich derweil damit beschäftigt, etwas aus meinen Schulbüchern in meinen Kopf zu bekommen und meinen Trägerrock neu zu versäubern und zu nähen; dieser ist beim Nachfärben doch stark eingelaufen, etwa 8cm im Umfang. Jetzt passe ich da nicht mehr rein.