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[Editiert 20.10.2008; ich hole das Thema mal wieder nach vorne, es ist gerade für mich wieder aktuell, siehe den neuesten Kommentar, ursprünglich hatte ich diesen Beitrag bereits am Donnerstag, 21. Februar, 2008 um 15:06 veröffentlicht]

Dieses Thema ist immer wieder ein Streitpunkt.
Ich habe in den letzten Monaten vieles gehört/gelesen, was dafür/dagegen spricht. Jetzt werde ich in nächster Zeit Indizien sammeln, die dafür/dagegen sprechen. Erst einmal ohne weitere Wertung. Ausgangspunkt: Haithabu. Die Liste wird immer wieder aktualisiert werden. Wer mag, kann gerne dazu etwas beitragen.

Zunächst aus den “Textilfunden aus den Gräbern von Haithabu“, in denen meistens die Lage der Perle(n) nicht weiter beschrieben ist:

1. Grab 31/1905: “1 Silberperle”
2. Grab 64/1908: “Perlen”
3. Grab 109/1959. “Perlen etwa am Hals”
4. Gräberkomplex 182-185/1960: “…auf der entsprechenden Stelle in der … Schalenfibel…, wo außerdem eine Schnur -für eine Perlenkette?- … erkennbar ist”
5. Grab 208/1960: “…und einige Perlen erhalten”
6. Grab 27/1963: “Perlenkette”
7. Grab 42/1905: “Perlen”
8. Grab 188/1960: “um den Hals und bei der rechten Hand lagen Perlen”
9. Kammergrab 2/1962: “drei Perlen”
10. Kammergrab 5/1964: “Der Grabplan weist am Platz des Kopfes 13 Perlen und einen Anhänger aus Gold vom Terslevtyp nach, die zusammen als Halsschmuck getragen worden sein werden”

Aus “Fibel und Fibeltracht” (Tipp von B***e) zum Thema Schalenfibeln:
Sie bilden jeweils eine durch Dekor und Größe zusammenhängende Garnitur und konnten durch eine Zierkette mit Anhängern ergänzend verbunden sein“.
“Zierkette” heißt ja nicht zwingend “Glasperlenkette”…?

wird weitergeführt….

62 Kommentare zu „Glasperlenkette zwischen den Fibeln ein Szene-Mythos?“

  • Ute sagt:

    Ja, aber wie sah denn dann so eine Zierkette aus? Sie wird ja woh nicht nur aus den Anhängern (Münzen, umgearbeitete Buchverschlüsse und Riementeiler etc.) bestanden haben. Da liegt doch die Vermutung, dass es sich um Perlen handelt, nahe. Okay, nicht zwingendermaßen Glasperlen, aber eben Perlen, aus welchem Material auch immer.

  • B***e sagt:

    Na, aber Perlen kann man schlecht auf einen Zierkette auffädeln.

  • Hallveig sagt:

    Gut. Wir müssen also schauen, was “Zierkette” zum Beispiel im “Metallschmuck von Haithabu” heißt. ;-)
    Und ob in den Glasfunden versteckte Hinweise zur Fundsituation bestehen.

  • B***e sagt:

    In Birka II gibt es ein ganzes Kapitel über die verschiedenen Zierketten und da ist es eindeutig, dass damit keine Perlenketten gemeint sind.

    Ich kann das Buch nächstes Mal mitbringen und auch Birka I, damit du dir das auf den Grablageplänen angucken kannst.

  • Hallveig sagt:

    Birka 1 und 3 habe ich. In 2 würde ich gerne mal reinsehen :-)

  • B***e sagt:

    Okay, dann bringe ich Birka II mit. :-)

  • Marled sagt:

    Bis jetzt habe ich meine Glasperlen immer um den Hals getragen. Wo steht denn überhaupt, dass sie zwischen den Fibeln getragen wurden?
    Ich habe es zwar schon öfter bei Veranstaltungen gesehen, aber eigentlich noch nicht in einem Buch erwähnt gefunden.
    Marled

  • Hallveig sagt:

    Es gibt einige sehr sehr wenige Nachweise; z.B. eine Fibelkette mit Perlen in Bornholm, so weit ich es erinnere.
    Einige Bemerkungen in Fundberichten dazu.

    Zitat aus den “Glasfunden von Haithabu”:
    In situ geborgene Frauenbestattungen zeigen, dass Perlenketten vor allem als Halsschmuck getragen wurden oder -mehrgliedrig- das Schalenspangenpaar verbanden..

    Ich muss sagen, die in den Gräberfunden aufgelisteten Gräber überzeugen mich da nicht. Mehrgliedrige Perlenketten als Verbindung zwischen den Spangen tauchen im bericht nicht auf.

    Ich vermute, es wurden nur einige ausgewählte Gräber aufgelistet, die dann einen unrealistischen Eindruck vermitteln.

  • Hersir sagt:

    Arwidsson schreibt in Birka II, dass es meist ziemlich unsicher bleibt, wie die Perlen getragen und wie sie letzlich auch in der Farbreihenfolge getragen wurden.

    Arwidsson nimmt 3 Trageweisen als am wahrscheinlichsten an:

    Modell A
    z.B. Mehrreihiger Perlenschmuck mit Kettenverteieler aus Bj 854
    Lage:
    Hoch oben auf der Brust, dicht am Halsansatz mit den Perlenverteilern auf dem Schlüsselbein
    Keine Ovalspangen im Grab

    Modell B
    BJ 946 zweireihige Perlengarnitur mit 4 Silberanhängern am oberen Teil der Brust, die Ende der Pelrenbänder lagen auf dem Schlüsselbein,die Ovalspangen liegen deutlich darunter

    Modell C
    Perlenketten zwischen den Ovalfibeln getragen wurde

    Am deutlichsten in Birka, Grab 959
    Perlenkette aus 17 Perlen zwischen den Ovalfibeln bodenförmig, Lage der Fibeln in Brust/Nippelhöhe
    Arbmann beschreitb die Pelrenreihe , obwohl die Kette deutlich vom Hals entfernt von Perlenhals

    Grab Bj 507
    Neben den Perlen(Bergkristal/Karneol) eine Silberhaken, der diese an den Fiblen befestigt haben könnte.
    Unter der rechten Ovalfibel (aus Trägersicht) beginnt die Perlern reih sich nach oben Richtungs Hals zu schlängeln und endet dann um eine Kleebalattfibel gewunden in der Mitte zwischen den Fibeln

    Grab Bj 557
    Zwischen den Ovalfibeln liegen zahlreiche Perlen verstreut

    Grab Bj 660
    Zwischen den Ovalfibeln bogenförmig oberhalb 28 Perlen,

    Grab Bj 550
    Die Reihe der großen Perle lag in einem Bogen unterhalb der Fibeln, keine Verbindung zwischen den Fibeln

    (Quelle: Arwidson/Perlengaranituren, Birka II:3)

    Jedoch muss man aber auch sagen, dass viele Gräber in Birka nur Ovalfibeln enthalten.
    Eine klare Aussage trifft Arwidson nicht, aber ich halte es nicht für eine Szenemythos.

  • Hallveig sagt:

    Danke für die Mühe, Hersir :-)

    Offenbar gibt es vereinzelte Funde, allerdings nicht genug, als das man es als alltägliches Trachtenbestandteil annehmen kann??

    Sind die von Dir aufgezählten Gräber alle aus Birka, in denen die Perlengehänge gefunden wurden?

    Komme gerade nach Hause, mal sehen, ob ich morgen Zeit habe für weitere Fundberichtschnüffeleien :-) ; ich will ja unbedingt mehr über Haithabu heraus finden, die örtliche Mode in Birka war ja in vielerlei Hinsicht sehr abweichend von Haithabu (=> Trägerrock).

  • Hersir sagt:

    Erstmal sorry, Hallveig, für die Tippfehler, man sollte vorher nochmal sein Geschreibsel durchlesen.

    Ja, das sind alles Birka-Gräber.

    Ergänzend hierzu:
    In Gotland gibt es zumindest einen Fall, wo eine Perlenkette zwischen den 2 Tierkopffibeln (in Brustlage) befestigt war (Gammelgarn C 9178 Grab 2)

  • Hallveig sagt:

    Kleines Missverständnis zwischen uns… :-)

    Ich meinte: sind das alle (nicht alles) Gräber in Birka, in denen das gefunden wurde? Oder sind es nur ein paar Beispiele und es gibt noch mehr Gräber im Fundbericht mit Perlengehängen?

    Ich schaue heute auch mal weiter in den Haithabu-Funden. ist ja eher mein Gebiet :-)

  • B***e sagt:

    Ws gibt halt gar nicht so viele Gräber mit Schalenfibeln, in Haithabu noch weniger als in Birka. Und noch weniger Gräber mit Schalenfibeln UND Perlen. ;-)

  • Hallveig sagt:

    Habe noch was von B***e bekommen:

    Ladoga-Gebiet, Priladozhe etc. . Gräber mit typisch norwegischen/schwedischen Grabbeigaben.
    Schalenspangen, die mit Gliederketten verbunden waren.
    Perlenkette in Grab VIII / Hügel 6, 55 kleine Glasperlen, Halskette.

    Wegen der Schalenspangen in Haithabu: im Fundbericht tauchen die verhältnismäßig häufig auf.
    Man müsste mal wissen, wie viele Gräber tatsächlich ausgebuddelt wurden, sind ja offenbar nicht alle im Bericht erwähnt? Wenn natürlich 200 (weibliche) Gräber mehr gefunden wurden, die keine Schalenspangen enthielten, ändert sich das zahlenmäßige Verhältnis natürlich…

  • Hersir sagt:

    Hätt’ noch was:
    Auch sehr deutlich in Birka, Grab 860
    Perlenkette mit 84 Perlen, davon 7 Karneol, 7 Bergkristall, 63 ungefärbt
    Mittig unter den Ovalfibeln herauskommend, die Fibeln miteinander

    Also in Birka sind, von dem was bisher dokumentiert wurde, die Ovalspangen/Ovalfibeln in mehr als 50 % der Gräber gefunden worden.
    Natürlich gibt es auch genug Gräber, die keine enthalten. Die Verteilung auf die Gräber (birka- und birkaunabhängig) spiegelt m. M. auch eine soziale-wirtschaftliche Abstufung wieder.

    Zum Thema Szenemythos:
    Was man auch ab und zu mal sieht, sind die mehrreihigen (bis zu 7) Perlenketten , die mit Perlenverteilern zusammengehalten werden und zwischen den Fibeln getragen werden.
    Meines .W. nach sind diese i.d.R. in der Halsregion gefunden worden.

  • B***e sagt:

    Das ist doch wieder das leidige Problem: es wird natürlich über die Gräber geschrieben, wo etwas gefunden wurde. Und Schalenfibeln werden nochmal besonders beachtet, weil es dann eindeutig als Frauengrab indentifiziert werden kann und zudem sind dort em ehesten die raren und interessanten Textilreste erhalten.

    Gräber in denen nichts ist, werden im Fundbericht kaum mal erwähnt. Das verzerrt natürlich ganz heftig die Perspketive.

    Ich habe irgendwo in meinen Unterlagen die Verhältniszahlen für Birka, muss ich zuhause mal nachgucken.

  • Hallveig sagt:

    Zitat von Hersir: …in mehr als 50 % der Gräber gefunden worden.

    50% ALLER Gräber?
    50% aller Frauengräber?
    50% der ausgegrabenen Gräber?
    50% der Gräber, die im Fundbericht auftauchen?

    Bitte definier das mal genauer…

  • Hersir sagt:

    Ingmar Jansson schreibt in in Birka II:1, dass an die 290 Frauengräber bisher dokumentiert worden sind, davon enthielten 154 Ovalfibeln
    => mehr als 50 % der ausgegrabenen, dokumentierten Gräber

  • Hallveig sagt:

    …und wie viele Gräber sind dort vermutlich insgesamt? Doch mehrere Tausend, oder? Dann verschiebt sich eventuell das Verhältnis sehr stark…

    ———————–
    Vielleicht sollte ich das Thema “Szenemythos” in diesem Fall mal genauer beschreiben:

    Es wird von mir nicht bestritten, dass es die eine oder andere Perlenkette zwischen den Schalenspangen gab.

    Leider ist es oft so, dass eine Sache vll. nur ein oder zwei Male gefunden wurde und dann wird sofort von Vielen behauptet “das haben ALLE damals getragen”.
    Oft sind da auch sehr bekannte reich bebilderte (Kinder-)Bücher nicht ganz schuldlos dran. Oder eben sehr selektierte oder manchmal ungenau formulierte Textstellen in Fundberichten.
    ———————–

    Wenn es zur alltäglichen Tracht gehört haben soll, weshalb haben dann auch viele wohlhabende Frauenbestattungen keine Schalenspangen?

    Da mich vornehmlich Haithabu interessiert, hoffe ich, irgendwann mal die tatsächlichen Daten über die (Anzahl der) Gräber/Funde etc. heraus zu bekommen…. *seufz*

  • Hersir sagt:

    Sofern diejenige oder derjenige, eine Sache so trägt, wie er es nun mal gerade trägt, sich auf den Fund bzw. auf einige Funde berufen kann, ist das doch schon mal der richtige Weg. Besser als, dass hab ich bei XY in XYZ auch so gesehen…
    Wenn dann noch seine Interpretation zum Fund und/oder seine Rekonstruktion schlüssig ist, warum nicht ?

    Selbst bei den Experten ( also den Bücherschreibern,:-)) beruhen viele Aussagen, die als Lehrmeinung anerkannt sind, auf Interpretationen (v.a. bei der Tracht) bzw. werden 2-3 Vergleichsfunde hergenommen, um deren Aussagen zu stützen.

    Zitat:
    “Wenn es zur alltäglichen Tracht gehört haben soll, weshalb haben dann auch viele wohlhabende Frauenbestattungen keine Schalenspangen?”

    Vielleicht weil sie keinen Trägerrock trugen ?

  • B***e sagt:

    Zitat: Vielleicht weil sie keinen Trägerrock trugen ?

    Ja, z.B. das von dir erwähnte Birka Grab 854, ein sehr reiches Grab, die Dame trug keine Schalenfibeln, aber Unmengen anderen Schmuck.

  • Hallveig sagt:

    *offtopic an*Zitat: “Sofern diejenige oder derjenige, eine Sache so trägt, wie er es nun mal gerade trägt, sich auf den Fund bzw. auf einige Funde berufen kann, ist das doch schon mal der richtige Weg….

    Hersir, nur mal zur Kenntnis ;-) ich möchte in meinem Blog eigentlich lieber nicht diskutieren, was Andere machen sollten oder auch nicht, inzwischen ist mir das auch echt schnuppe, was Andere mit dem Hobby machen. Nur Lügen kann ich nicht leiden :-)

    Sollen die Frauen doch mit 20 Ketten zwischen den Kleeblattfibeln *hust* herum laufen mit der Begründung “es gab schließlich Perlen und Kleeblattfibeln und mir gefällt es”. Hauptsache, die erzählen dem Publikum nicht, diese Trageweise sei belegbarerweise ein Bestandteil des Schmucks einer jeden wikingerzeitlichen Frau! *offtopic aus*

    —————————————-

    Für mich war hier im Zusammenhang u.a. die Feststellung wichtig, dass
    - Bilderbücher als Quellen nicht geeignet sind
    - dass auch Fundberichte kritisch gesehen werden sollten

    Ich möchte hier Indizien sammeln für oder gegen die These, dass die Perlenketten zwischen den Schalenspangen nicht zwingend zur alltäglichen Tracht gehört haben :-D

    Nun haben wir schon Vieles aus Birka :-) kennt noch jemand etwas mehr aus Haithabu?

    • Den Hvide sagt:

      Die Funde der Insel Bornholm bsplsw. unterscheiden sich deutlich von denen im übrigen Dänemark, bzw. Skandinavien. Dort war die übliche Trageweise der Ketten offensichtlich zwischen den Ovalfibeln.

      • Torben sagt:

        Hallo Den Hvide,
        der einzige mir bekannte Fund aus Bornholm mit einer mehrreihigen Aufhängung datiert auf 660-700n.Chr. und hier waren 3 Perlenreihen an extra Haltern (nenne ich mal so) befestigt – nicht an den Fibeln.
        Das Grab 166 Baekkegard (775-800n.Chr.) weist hingegen eine zweireihige Bronzekette die an den Ovalfibeln befestigt war auf. Die Glasperlen waren “scattered”, also verstreut. Auch hier also keine Verbindungskette aus Glasperlen.
        Es bleibt nur ein einziges Grab: Norre Sandegard Vest, Grab 23: 73 Perlen zwischen einer ältern tierförmigen sowie einer jüngeren Ovalfibel.Und wie ich bereits schrieb gibt es keine weiteren Angaben wie die Perlen dort wirklich lagen.Die anderen Trageweisen auf Bornholm findest du hier: http://www.derglasperlenmacher.de/frma/skandinavien/wikingerglasperlen/wikingerglasperlen.html .
        Wenn du weitere Funde kennst würde ich mich sehr darüber freuen.

  • Hersir sagt:

    Dein Zitat aus meinem letzten Beitrags bezog sich auf das Thema und ist nicht allgemein gehalten, wäre ja sonst grausam….;-)

    Viel Erfolg noch beim weiteren Sammeln.

  • B***e sagt:

    Ich pack mal Thumby-Bienebeck dazu:

    10 Kammergräber, davon 4 als Frauen indentifiziert, die hochwertigen Beigaben sowie die Ausstattung der Gräber lassen auf wohlhabende Damen schliessen.

    Keine Schalenfibeln, aber Perlen/Perlenketten

    Für mehr Details muss ich erst wieder in die Biblio.

  • Torben sagt:

    Juhu,
    ich auch mal.
    Ich habe (ernsthaft) einen Nachweis, wo die “Glasperlen als Kette zwischen den Fibeln” begründet werden: http://www.regia.org/members/handbook/viking.pdf

    Dazu habe ich das komplette “Member´s Ship Handbook”. Hier werden sogar Glasperlen aus Schmuckgegenstände für Männer genannt. Der Druck ist mindestens 15 Jahre alt!

    Der Nachweis für Bornholm ist Norre Sandegard Vest, Grab 23: 73 Perlen zwischen einer ältern tierförmigen sowie einer jüngeren Ovalfibel.
    Leider gibt es keinen Detailplan oder Angaben zu einer tatsächlichen Aufhängung.

    Zum Thema Wertung von Fundberichten, da habe ich auch schon etwas geschrieben )Tuna (Uppland) Grab VIa). Im Fundbericht heisst es, das die Perlen zwischen den Fibeln gewesen wären, aber der Grabplan zeigt meines Eerachtens ein ganz anderes Bild. Und die Kette wäre auch viel zu lang.http://www.derglasperlenmacher.de/images/grabplanupplandx002.jpg

    Zwei Punkte für Mythos?

    und ja, bitte mehr zu Haithabu :)

    Viele Grüße

    Torben

  • Torben sagt:

    eine weitere Quelle FÜR die Glasperlenketten zwischen den Fibeln!
    David Freke “In the Viking age, beads were mirmarily display items of women´s dress, frequently hung between the oval brooches typical of scandinavian dress…” aus Beads: context and catalouge, in Excavations on St. Patricks Isle 1982-1988 S. 339
    Genannt wird auch das Grab von Kneep, Isle of Lewis – hier war es jedoch eine Halskette.

    Ansonsten nennt Freke Quellen zu den Gräbern – in den wiedergebenen Beschreibungen gibt es aber kein einziges Indiz Glasperlenketten zwischen den Fibeln. Widerum kein Punkt für die Gpk.z.d.F.

    Bornholm habe ich mir auch wieder vorgeknöpft, die Bilder folgen auf der HP in Kürze ebenso wie die ausführlich überarbeitete Version zu Bornholm.
    Tatsache ist, das es bei dem Nachweis einer Kette bleibt – einer Bronzekette zwischen 2 Ovalfibeln um 775-800n.Chr.
    Ansonsten sind auf Bornholm die genannten Stränge an Fibeln (grade herabhängend) typisch, in 2 Fällen auch mit Perlenverteilern.

    Untypisch ist für die Zeitstellung 660-700n.Chr. ein Grab mit 2 Aufhängevorrichtungen für Glasperlenketten – aber auch diese “Haken” können eine Begründung für den “Fibelschmuck” sein.

    Wichtig zu erwähnen: Grab C5293 – ausgegraben 1884, mit der Angabe das Glasperlen zwischen den Fibel gefunden worden sind – ein Lageplan oder die damalige Beschreibung wäre hier wirklich hilfreich. Ich vertraue der Wiedergabe der damaligen Notiz nicht so weit, das ich es als Nachweis für eine Gpk.z.d.F. akzeptieren kann.

    Also – wirkliche Nachweise für den Mythos gibt es widerum nicht.

    Als nächstes nehme ich mir dann Birka I vor, das dauert dann aber…

    derzeit ist Bornhom unter
    http://www.derglasperlenmacher.de/frma/skandinavien/wikingerglasperlen/wikingerglasperlen.php

  • B***e sagt:

    Hallo, Thorben!

    In Texten ist oft von der “charakteristischen Perlenkette zwischen den Fibeln” die Rede, den Beleg dafür bleibt man aber schuldig.

    Ich vermute, dass man das einfach mal aus der Römischen Kaiserzeit “fortgeschrieben” hat. ;-) Und jeder schreibt das ab und keiner überprüft, ob die These noch zutrifft.

    Hallveig und ich werden morgen mal die Hamburger STABI durchwühlen, speziell zu Haithabu. Ich habe da aber wenig Hoffnung, denn nach den Zahlen, die ich bisher vorliegen habe, wurden dort nur sehr wenige Schalenfibeln gefunden,

  • Hallveig sagt:

    Ähm… jaaaaa…. so ein, zwei Sachen habe ich hier auf dem Zettel für Morgen *hust* ich sehe mich schon wieder mit Stapeln von alten Schinken durch die Gegend schnaufen *lach*

  • B***e sagt:

    Okay, wenn du nur ein, zwei Sachen auf dem Zettel hast, kannst du gern was von meinem Zettel abhaben. ;-) :-)

  • Hallveig sagt:

    Gestern in der Staatsbibliothek gefundene Indizien:

    1.) Aus: Kammergräber der Wikingerzeit; Silke Eisenschmidt:
    Zwischen den Schalenspangen oder um den Hals konnte bisweilen eine Perlenkette getragen werden, ….”.

    Weitere Angaben/Nachweise zur genauen Grablage der Perlen fehlen. Es wird hier einfach eine These in den Raum gestellt, die nicht belegt wird.

    2) Aus: Grabfunde des 8. bis 11. jahrh. zwischen Kongeĺ und Eider: zur Bestattungssitte der Wikingerzeit im südlichen Dänemark:
    Im folgenden sollen Perlen und Anhänger aus Grabfunden des Untersuchungsgebietes angesprochen werden. Sie fanden sich in insgesamt 49 Gräbern (einschl. der unsicheren Funde). Im allgemeinen werden die Perlen als Ketten, die von Frauen um den Hals oder zwischen den Schalenfibeln getragen worden sind, angesprochen.Dies ist im Einzelfall zu diskutieren. Ein Hinweis kann die Lage von Perlen und Anhängern in Körpergräbern geben. Bei elf Körpergräbern ist die Position der Perlen und Anhängern vermerkt worden. In fünf Gräbern (Ribe-Rosenallé Grab10, Kosel E7, Thumby-Bienebeck K7, E66,E68) fanden sie sich im Hals- und Kopfbereich der Toten. usw.usw.

    Da wird mir jetzt der Text zu lang. Die Quintessenz der folgenden Seite ist: 28% der (behandelten 49) Gräber mit Perlen sind Männergräber. Männergräber haben meist nur bis zu drei Perlen. Frauengräber ab 4. Höchste Perlenzahl: 19. Fundlage stets im Kopf- oder Hüftbereich; jedoch nie zwischen den Fibeln.

    weiter:

    Im Gegensatz zu den vorangegangenen Perioden mit bis zu mehreren Hundert mehrreihig getragener Perlen treten sie (die Perlen) in der Wikingerzeit nur noch in sehr begrenzter Anzahl in den einzelnen Gräbern auf…

    Ich sehe damit die massigen Perlengehänge zwischen den Schalenfibeln für die Wikingerzeit als widerlegt an.
    Es sind einfach keine weiteren Perlenketten in der Fundsituation zwischen den Schalenfibeln (und auch noch daran befestigt ! ) zu finden. Auch wenn vereinzelt ein paar Perlen in Brusthöhe liegen könnten, so heißt dieses nicht, dass diese auch tatsächlich an den Schalenfibeln befestigt waren.

  • Torben sagt:

    Hallo Hallveig,
    ich stimme dir zu, aber setzte noch einen drauf: Fibelkettenbefunde sind (derzeit) negativ.
    ….

    tja…

  • Hallveig sagt:

    Torben meinst Du mit “Fibelkette” nur speziell die Glasperlenketten? Oder auch die Zierketten? Da gibt es doch einiges? *hui* wieder das nächste Thema ;-)

  • B***e sagt:

    Er meint die (Metal)Ketten. Er schreibt doch: er setzt noch mal einen drauf. ;-)

    Ich denke, es geht um die Ketten zwischen den Fibeln, also die an *beiden* Fibeln befestigt sind.
    Nicht um die Ketten , die von den Fibeln herabhängen.

    Habe ich das richtig verstanden, Torben?

  • Hallveig sagt:

    So hatte ichs zwar auch verstanden; war mir aber nicht sicher :-)

    also: müssen wir uns jetzt wohl noch einmal auf die Suche nach Ketten machen…? :-)

  • Ute sagt:

    Argh, Kinder, ihr könnt einen ja ganz konfus machen *roll mit den Augen*.

    Also, ich werde alle Perlen wegtun und gar keine tragen, dann bin ich auf der sicheren Seite ;) Dann brauche ich mir auch weiter keine Gedanken zu machen, wo ich vernünftig dicke Seide herbekomme, auf die ich meine Perlen fädeln kann.

  • Hallveig sagt:

    Woher hast Du das, dass man die Perlen auf Seide fädeln soll?

  • B***e sagt:

    In Birka waren Perlen auf Seidenfänden aufgefädelt, wenn ich mich recht erinnere.

  • Klaufi sagt:

    Also mir widerstrebt es jetzt, diese These als widerlegt anzusehen.
    Bitte nicht falsch verstehen.
    Ich bin nicht so belesen bin wie Ihr. Auch kann ich bei weitem nicht mit Eurem Wissen mithalten.

    [quote]Ich sehe damit die massigen Perlengehänge zwischen den Schalenfibeln für die Wikingerzeit als widerlegt an.
    Es sind einfach keine weiteren Perlenketten in der Fundsituation zwischen den Schalenfibeln (und auch noch daran befestigt ! ) zu finden. Auch wenn vereinzelt ein paar Perlen in Brusthöhe liegen könnten, so heißt dieses nicht, dass diese auch tatsächlich an den Schalenfibeln befestigt waren.[/quote]

    Es kann aber auch sein, das Sie es waren!!

    Wie ist es mit der Theroie, das es eine Modeerscheinung war die Kette zwischen den Fibeln zu tragen.

    Wurden die Fibeln mit den Perlen vielleicht ab irgendeinem Zeitpunkt weitervererbt?? (weit hergeholt, aber evtl. eine Erklärung)

    Wurden die Gehänge evtl. weniger Wertvoll um diese einem Grab beizugeben??

    Gehörten Sie vielleicht in Haithabu nicht zur “Tracht”, wurden aber trotzdem getragen??

    Ich wollte, als unwissender, erst nichts zu dem Thema schreiben aber, es hat mir halt keine Ruhe gelassen.
    Es sind wohl viele Theorien erstellt worden. Die eine trifft zu, die andere nicht. Wenn sich die Gelehrten schon nicht einig sind, wie sollen wir es dann sein??

  • Hallveig sagt:

    Nun, Klaufi, bitte ebenso nicht böse sein, wenn ich sage:

    “es HÄTTE aber sein können” gehört zur Standardbegründung bestimmter Leute. Klar, die Wikinger hätten auch das Auto erfunden haben können; nur weil es nicht gefunden wurde, heißt es nicht, es hat es nicht gegeben….

    das wird mir oft von Leuten vorgehalten, die eher nur auf Fantasy-Märkte gehen wollen, weil sie die Lagerfeuerromantik lieben… die Klamotten werden danach ausgesucht, wie man es gerne haben möchte.

    Hier ging es jedoch nicht darum, wie viele Leute ihr Hobby definieren, sondern um das, was tatsächlich gefunden wurde.

    Wenn man etwas rekonstruieren möchte, muss man sich an das halten, was man hat und nicht an das, was man eventuell haben könnte, auch wenn es nicht vorhanden ist.

    Tatsache ist, in den Gräbern gibt es für die Wikingerzeit keine Belege, dass die Glasperlenketten generell zwischen den Fibeln getragen wurden.

    Hier geht es um das Sammeln von Belegen und nicht darum, was einige Leute meinen, tragen zu wollen.

    Meinetwegen (schrieb ich ja schon weiter oben) können die Leute weiterhin Flatterschürzen mit zwei Scheibenfibeln und dazwischen 5 fette Perlenketten tragen… ist ja deren Privatsache.
    Aber sie sollten gegenüber Publikum nicht behaupten, das gehörte zur alltäglichen Tracht einer “Wikingerfrau”. Das wäre eine glatte Lüge. Und solche Leute outen sich dahingehend, vermutlich noch nie in einen Fundbericht geschaut zu haben…

    Im Gegensatz zu den vorangegangenen Perioden mit bis zu mehreren Hundert mehrreihig getragener Perlen treten sie (die Perlen) in der Wikingerzeit nur noch in sehr begrenzter Anzahl in den einzelnen Gräbern auf…

    heißt also: die Mode gab es mal, aber VOR der Wikingerzeit.

  • Klaufi sagt:

    Um Gottes willen. Ich bin mit Sicherheit nicht Böse, den ich will lernen!!
    Was andere machen ist auch mir egal. Ich werde mich hüten Euch irgendein “Hätte sein können” vorzuhalten.
    Klar am Anfang meines Hobbys habe ich auch jeden Blödsinn geglaubt und Sachen gebaut über die heute nur noch den Kopf schütteln kann. Ich war sogar so Naiv, den Händlern auf diversen Middelaldermärkten zu glauben wenn Sie sagten, so war das und nicht anders.
    Ich bin nun aber an einem Punkt angelangt, an dem die Lagerromantik sicher noch mitspielt, aber auch der konkrete Hintergrund eine immer größere Rolle spielt.
    Ich gebe es offen zu, das ich nicht der große Leser bin, trotzdem bin ich Bemüht mein Wissen zu erweitern. Ich tu mich halt etwas leichter, wenn mich jemand überzeugt. Deshalb bin ich auch hier! ;-)
    Man liest ein Buch und sagt AHA so war das also. Im nächsten steht dann wieder das Gegenteil. :-( Soetwas frustiert mich.

    Wenn ich nun Deine Theorie zu Grunde lege, müsste dann jeder Darsteller, der den tatsächlichen Sachverhalt rekonstruieren will, mit der gleichen Kleidung, dem selben Schmuck, dem selben Werkzeug, und und und, rumlaufen da es ja eigentlich sehr wenige Funde gibt, die belegbares zeigen. Von vielen Fundstücken sind doch nur noch Fragmente erhalten in die dann etwas reininterpretiert wird.

    Ihr habt soviel Energie, Zeit, Geld und Geduld in die Recherche investiert, das es eigentlich so sein sollte wie Ihr sagt.
    Ich bin halt noch nicht ganz überzeugt.

    In “unserer” Zeit hat es ja auch den Minirock gegeben, nur den wirst Du in 1000 Jahren, wahrscheinlich in keinem Grab finden.

    Ich hoffe Ihr versteht meine Gedankengänge.

  • Hallveig sagt:

    Klaufi, ich glaube, ich habe verstanden, was Du meinst :-)

    Ok, dann zu Deiner These Wenn ich nun Deine Theorie zu Grunde lege, müsste dann jeder Darsteller, der den tatsächlichen Sachverhalt rekonstruieren will, mit der gleichen Kleidung, dem selben Schmuck, dem selben Werkzeug, und und und, rumlaufen da es ja eigentlich sehr wenige Funde gibt, die belegbares zeigen. Von vielen Fundstücken sind doch nur noch Fragmente erhalten in die dann etwas reininterpretiert wird.

    Jein.
    Man müsste erst einmal klarstellen, was das Wort “Spekulation” tatsächlich heißt. In unserem heutigen Sprachgebrauch hat es etwas Negatives bekommen, etwas, dass mit Fantasterei o.a. zu tun hat. Es bedeutet jedoch, auf Grundlage des Vorhandenen über den Tellerand hinaus zu schauen. das Wort “Interpretieren” heißt ebenfalls nicht “fantasieren”, sondern “deuten”.

    Also: wir haben -hypothetisch angenommen- folgende Fundsituation: Haithabu, 10 Grabhügel an einer Stelle, 6 Glasperlen in Hüftgegend. Keine Schalenfibeln. Offenbar ungestörte Lage. Körpergrab, Nord-West-Lage. etc.etc.

    Anhand solcher Angaben kann man interpretieren/spekulieren; d.h. auf dieser Basis und anhand von Vergleichsfunden und sonstigen gesicherten Erkenntnissen die Lücken fundiert “auffüllen”: Ethnische Zugehörigkeit, Religion, Geschlecht (mehr als 4 Glasperlen -> weiblich), etc.

    Wenn das Grab offenbar ungestört ist und es noch 1000 weitere ähnlicher Art gibt, dann würde ich da nicht fantasieren, dass aus jedem Grab 200 Perlen verschwunden seien, ebenso alle Schalenfibeln und dass die Damen doch tatsächlich alle Schalenfibeln mit Glasperlenketten und kettenverteilern getragen hätten.

    Nächste Frage wäre: wurden die Perlen in einem Beutel getragen? Gibt es Reste? Wenn ja, wie war dieser befestigt? An einem Gürtel? Über oder unter der Frauenobertunika?
    Und Tausend Fragen mehr.

    Natürlich KANN man bei solchen Fundsituationen nicht zwingend immer auf den selben Schluß kommen.

    Aber man kann eine oder mehrere schlüssige und fundierte Argumentationskette(n) führen und durchaus zu verschiedenen Schlußfolgerungen kommen.

    Wir können uns eben nur daran halten, was wir finden. Nicht, was wir uns wünschen würden zu finden ;-)

    Natürlich würde ich auch gerne meine Glasperlen weiter zwischen den Schalenfibeln tragen, aber es gibt NICHT EINEN Beleg in Haithabu dafür.

    Also werde ich auch nicht behaupten, es hätte so sein können und dass die Frauen das so getragen haben…

  • B***e sagt:

    Klaufi schreibt:
    “Wenn ich nun Deine Theorie zu Grunde lege, müsste dann jeder Darsteller, der den tatsächlichen Sachverhalt rekonstruieren will, mit der gleichen Kleidung, dem selben Schmuck, dem selben Werkzeug, und und und, rumlaufen da es ja eigentlich sehr wenige Funde gibt, die belegbares zeigen.”

    Im Gegenteil, ich finde grad auf den Mittelaltermärkten sehen die “Wikinger” alle ziemlich gleich aus. Kein Wunder, denn die kaufen alle bei den gleichen Händlern mit dem üblichen Standardangebot ein und kopieren statt zu interpretieren (“Hastemal ein Schnittmuster?”) ;-) Jemand denkt sich was aus, und wenn das irgendwie “cool”l ist, haben das bald alle. Den Steckstuhl hat auch nur mal eine Gruppe angeschleppt ;-) oder die sogenannten “Rus”-Hosen, die reinste Modewelle.

    > wenige Funde

    Funde gibt sogar ziemlich viele und vieles davon hat noch keiner dargestellt und gebastelt. Ausserdem gibt es doch nicht nur Haithabu, 10 Jhd. Vergiss nicht die zeitlichen und regionalen Unterschiede.

    Das Dumme ist nur, dass dich dann womöglich keiner mehr als Wikinger erkennt, wenn du nach Funden arbeitest. Sieht halt nicht so aus, wie man das aus den Medien kennt. ;-)

  • klaufi sagt:

    Ihr habt mich überzeugt!!
    Dieser Argumentation kann sogar ich folgen. ;-)

    @B***e, für den Anfänger ist es immer schwierig den richtigen Einstieg zu finden. Die wenigsten haben so Nette und Hilfsbereite Menschen wie Euch, die einem helfen.
    Wenn man mit dem Hobby anfängt, wissen die wenigsten wie und wo Sie suchen müssen, also wird abgekupfert. Es wird das gekauft was der “Markt” hergibt. Es wird das gebaut, was die anderen auch haben. Die wenigsten recherchieren! ;-(
    Irgendwann trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Die einen sind glücklich mit dem was Sie haben und die anderen ärgern sich, das Sie eigentlich nur Müll eingekauft und gebaut haben.
    Ich ärgere mich und will den gleichen Fehler nicht zweimal machen.

    Ich DANKE Euch!!

  • Hallveig sagt:

    @ B***e: super ausgedrückt! Danke! :-D

    @Klaufi: am Anfang haben die Meisten (ich schließe mich da nicht aus) keine Geduld; es wird alles ganz schnell angeschafft. Ich habe mich auch schon in den Hintern beißen können; was habe ich an Geld verschwendet für die anfänglichen Fehlanschaffungen!

  • klaufi sagt:

    Da muss ich Dir leider Recht geben. :-(
    Die Geduld war nicht vorhanden und dafür habe ich (viel) Lehrgeld bezahlt.
    Ab jetzt wird es langsam und vor allem “A” wachsen und einige Sachen werden pö a pö ausgetauscht. Das meiste wird dann selber hergestellt, entweder im Lager oder aber Daheim in der Werkstatt.

  • Hallveig sagt:

    Ich freue mich für Dich :-) Du klingst sehr motiviert!

  • Chris sagt:

    ohja, das Geld ausgeben für Sachen “von der Stange”, um hinterher festzustellen, das man nun aussieht wie alle anderen auch und das nichts so richtig zusammengehört – das hab ich auch hinter mir….
    in kleinerem Umfang als manch andere, ein Glück, aber immerhin doch

    da fällt mir noch ein, ich wollte meine Schalenfibeln und die Glasperlen dazu verkaufe *grins*

  • Torben sagt:

    auf Nr. 33 & 34, auch wenn es so abgeschlossen ist:
    Danke, an B***e, und ja, ihr habt mich richtig verstanden: wenn Kette(n) dann aus Metallgliedern, aber keine Glasperlenketten.

    Dennoch bin ich entsetzt, wenn es heisst, das es keine Gräber mit mehreren hundert Perlen zur Wikingerzeit gab ;)

    Denn zu “voran gegangenen Epochen und anderen Kulturen” kann ich nach gut 10 Jahren “Glasperlen-Freizeit” keine Unterschiede bei der Anzahl der Perlen entdecken. Vielmehr hätte ich z.B. bei den Friesen Probleme so große Inventare zu finden wie bei den Wikingern (beispielsweise):
    Birka Grab 29: 180 Perlen
    Birka Grab 151: 136
    Birka Grab 526: 243
    Birka Grab 508: 304
    Fjörtöft, Möre og Romsdal: 365 (Brandgrab)
    Ruda, Östergötland: 273
    Bradstorp, Östergötland: 402 (Brandgrab)
    Järvsta, Gästrikland: 593
    Hagbartholmen, Nordland: 1216

    Zum letzteren haben wir mal 2 Varianten aufgezogen: jeweils 612 Perlen: einmal Fibel- einmal Halskette. Die Halskettenvariante mit den verschiedenen Fädelvarianten ist an Funden aus Niedersachsen orientiert. Die verbleibenden nicht gezeigten 604 Perlen sind Perlen in Größe von 2-3mm (Stickperlen?). Und ganz ehrlich: was ist von den beiden Varianten tragbarer? wahrscheinlich würde eine mehrreihige enganliegende Halskette gewinnen. Oder ein vollständig bestickter Umhang.

    Anzumerken ist, das in Brandräbern von einem Verlust von mindestens 50% der Perlen ausgegangen wird, das aber vor allem bei den kleineren Inventaren m.E. das Bild wesentlich stärker verzehrt. Leider wusste ich das bis vor 3 Jahren noch nicht, und somit habe ich bei der Durchsicht der von mir recherchierten Gräber nicht in jedem Fall zu notiert welches ein Brandgrab ist. Aber daher geben die folgenden Gräber die Fundzahl zum Zeitpunkt der Ausgrabung wieder, die tatsächliche Perlenanzahl je Fund kann also höher gewesen sein.

    7Funde je x8 bis 10 Perlen; 32 x11-15; 42 x16-20; 28 x21-25; 39 x26-30; 29 x31-35; 18 x36-40; 17 x41-45; 15 x46-50; 7 x51-55; 7 x56-60; 9 x61-65; 8 x66-70; 5 x71-75; 6 x75-85; 8 x86-95; 7 x96-105; 2 x 106-115; 2 x116-125; 2 x126-135; 5 x136-145; 1 x146-155; 1 x156-165; 1 x166-175; 2 x176-185; 1 x243; 1 x273; 1 x304; 1 x365; 1 x402; 1 x593; 1 x1216 (Achtung dies sind nur die “repräsentativen” Gräber mit Perlen; d.h. Gräber ohne weitere Funde oder Gräber mit weniger als 8 Perlen sind nicht enthalten).

    Was will ich eigentlich sagen? Von 300 Gräbern (es gibt mehr, aber mit diesen repräsentativen, ohne Gotland, arbeite ich in der Regel) haben die meisten zwischen 11 und 40 Perlen. Aber einen Durchschnitt für die Zahl der Perlen die getragen worden sind, kann man m.E. nicht einfach bilden. Dies ist abhängig von dem was man selber möchte. Der persönliche Geschmack, die Orientierung an einer Zeitstellung/Region oder an einem bestimmten Grab. Es ist alles möglich im Bereich der Anzahl der Perlen.

    Aber als Verbindungskette zwischen den Fibeln scheiden Glasperlen aus.

    ….ich wünschte ich hätte in dem Umfang auch Zugriff auf die Haithabu und Ribe-Daten…

    @ B***e, Nr. 45: Ja, wenn man mal was anderes machst, erkennt dich keiner. Das habe ich bei der Gotlandtunika mit “Tütenärmel” gemerkt. Lang lebe der Bildstein.

  • Hallveig sagt:

    *uff* vielen Dank für Deine Mühe, Torben! Was für ein Beitrag :-D da geht der Satz “Aber als Verbindungskette zwischen den Fibeln scheiden Glasperlen aus.” fast unter.

  • Torben sagt:

    …tschuldigung… *rot werd*

    also, auch ich habe einst in Wort und Schrift behauptet das die Perlenketten genau dort getragen worden sind.

    Nach intensiver eigener Recherche aber habe ich für das skandinavische Festland keinen Nachweis für das Tragen von Glasperlen(ketten) zwischen 2 Ovalfibeln finden können.

    Hey, das war kurz ;)

  • Carmen sagt:

    Zwar kenne ich keine Beispiele aus der Wikingerzeit, aber aus einem älteren, aber benachbarten Kulturkreis, nämlich der Jastorf-Kultur in Norddeutschland (etwa zeitgleich mit den keltischen La Tčne-Kulturen ^^), wo andere Fibeln paarig getragen wurden, an deren Spiralen Ketten aus Bronzegliedern befestigt waren, die auch so noch im Fundbild belegt sind. Ob an diesen Ringgliedern Perlen befestigt waren (mit Fäden vielleicht, anders könnte ich es mir nicht vorstellen O_o), weiß ich nicht, aber ich glaube eher nicht. Möglicherweise handelte es sich dabei um oben erwähnte “Zierketten” und möglicherweise um die Vorläufertracht der wikingischen Ovalfibeln mit Zierketten? *wirretheorieninraumwirft*

  • B***e sagt:

    Hallo, Carmen!

    In der Römischen Kaiserzeit wurden Glasperlen zwischen den Fibeln getragen (durch Funde belegt z.B. in Bremen-Mahndorf). Das dürfte der Vorläufer sein (die Fibeln sitzen auf der Schulter und halten den Peplos). Liegt zeitlich doch ein bisschen näher dran. ;-)

  • Ilona sagt:

    Hallo Hallveig,

    ich kenne zwar die Fundlag nicht, aber ich halte es durchaus für denkbar, dass die Ketten z. T. zwischen Fibeln getragen wurden. Diese Form hat sich ja in den Nordfriesischen Trachten (z. B. Föhr) bis heute erhalten. Heute werden die Ketten mit Haken an der Tracht befestigt, aber sie dienen ledigilich als Schmuck. Warum sollen die Wikinger also nicht auch zur Zierde Ketten mit Fibeln an der Kleidung befestigt haben.

  • Hallveig sagt:

    Hallo Ilona! Ja, das ist stets die Crux bzw. der Streitpunkt in der Szene… will man das darstellen, was hätte sein können oder das, was gefunden wurde?

    Die Einen argumentieren, etwas wäre denkbar und basteln dann irgendetwas, was sie schön finden und versuchen zu rechtfertigen; die Anderen schauen, was gefunden wurde und bauen das nach.

  • Haithabu, Grab 810: im Verlauf des Berichtes ist es widersprüchlich; zum Einen wird von 78 (Abb. 91), zum Anderen von 81 (S. 104) Perlen gesprochen, die im Hals/Brustbereich lagen. Diese Perlen waren auf eine mehrreihige Weise aufgezogen und lagen in einer Weise zwischen den Schalenfibeln, die eine Befestigung an dieser vermuten lassen könnte.

    Mal sehen, vll. finde ich das ja noch heraus. Leider gibt es dort keine Abbildung von der Rückseite der Fibeln; sonst könnte man schauen, ob es dort eihe Öse o.ä. gäbe…

  • Torben sagt:

    Ich habe endlich sämtliche Grabpläne aus Birka I
    bzw. des Statens Historiska Museet durchgesehen.
    In 317 Gräbern fanden sich Glasperlen, 132  dieser
    Gräber sind ungestörte Skelettgräber (nur Frauen).
    In 29 dieser Gräber wurden die Glasperlen als
    Halskette getragen, in 16 als Fibelkette (Grab Nr. 464, 513, 515, 552, 637, 639, 660, 703, 739, 835, 860b, 954, 959, 1012, 1062 und 1081).In den verbleibenden ist die
    Verwendung nicht sicher bestimmbar.
    Teilweise können es Fibel- oder Halsketten sein,
    aber auch Saum- oder Taschenbesätze, Beigaben usw… 
    Für Birka dürfte mit der Anzahl dieser Gräber die
    Verwendung von Glasperlen als Verbindungskette zwischen den paarigen
    Schalenfibeln gesichert sein.Viele GrüßeTorben

  • Hallveig sagt:

    Wer auch immer Apostroph mit der Email a[at]bc.de sein soll; solche Kommentare lösche ich. Anonym und ohne weiteren Text, nur einen Link und verschleierte IP-Nr. (von Amsterdam ausgehend); das geht gar nicht. Außerdem hatte ich den Link zu dem Artikel mit den Fibeln auf den Brustwarzen bereits an anderer Stelle gelöscht, weil ich nicht wollte, dass das jemand durch meinen Blog für bare Münze nimmt.Also: wer auch immer Du bist: bitte schreibe zukünftig nicht anonym.

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