Gestern packte es mich und ich zerschnibbelte den alten roten Baumwollvorhang:
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und nähte ein Probestück. Ich steckte die Abnäher ab und schnitt danach den Stoff zu:
Heute Vormittag bin ich mit dem Nähen schon weit gekommen, der untere Saum fehlt noch und die Zierflechten. Eine habe ich bereits aufgenäht (vorne):
Man sieht, der Abnäher endet ca. 7cm unter der oberen Kante (wie auch im Fundbericht anhand der HINTEREN Stückes beschrieben), die Zierflechte geht jedoch darüber hinaus.
Hinten kommen auch noch Zierflechten über die Abnäher:
Meine 3-Teiler-Interpretation geht auf. Die Proportionen stimmen, sogar der Winkel der Schrägen (15°). Die Zierflechte bleibt parallel zur äußeren Naht (nicht senkrecht runter).
Ein Kaffee als Gegenleistung (falls Du dieses Schnittmuster benutzt) wäre nett; klicke auf die kleine Kaffeetasse.


Sehe ich das richtig? Du hast den Trägerrock aus drei Teilen geschnitten: 1 Vorder-, 2 Rückenteile?
Und das ganze in der “geschlossenen” Version? Ich grübele nämlich seit geraumer Zeit über genau dieselben Probleme.
Das gefundene Fragment ist ein Rückenteil mit gerader Naht (Mitte des Rückens) und mit Naht auf der Seite mit der Schräge.
Daran sind Nahtreste gefunden worden, es war also seitlich vernäht.
2 Teile für den Rücken mit Mittelnaht; für das Vorderteil konnte ich mir keine Mittelnaht vorstellen.
Die Rückenteile reichen bis nach vorne an die Seiten der Brust; die “Seiten”naht ist also weiter vorne. (sieht man auf dem vorletzten Bild ganz gut, einfach zur Vergrößerung raufklicken). Das Kleidungsstück war enganliegend, was die Beinfreiheit einschränken würde. Wenn man aber die “Seiten”Nähte ab Übergang zum Oberschenkel offen läßt (steht auch was im Fundbericht zu), kommt das gut hin. Wären die weiter hinten, würden die komisch abstehen. So sitzt das Ganze wunderbar!
Und: minimaler Stoffverbrauch
Nachtrag: oder brauchst Du jetzt schnell das Schnittmuster? Könnte ich Dir eben schnell vorbeibringen…
ab wo fangen deine 15° Schrägen an. Ab der Taillie?
hmmm nun frag ich mich wieder wieso ich als Kerl mich um die Sachen kümmern muss? ;D
naja mir macht es wenigsten Spaß. Auch wenn ich nicht immer alles verstehe und Schnittmuster hilfreich sind.
Schau mal genau hin (mach das letzte Bild groß)… oben ist die Seite noch gerade, dann geht es schräg nach außen in die Weite.
Wenn Du in meinem Blog noch etwas nachschaust oder am besten im Fundbericht nachliest, findest Du auch heraus, in welcher Höhe der Abnäher beginnt und dann hast Du auch einen Vergleich, ab wieviel cm die Schräge beginnt…
danke dir. wie ich ja schon sagte ist das alles neuland für mich. und wenn meine Bibliotek mal endlich die Bücher bekommen würde, hätte ich auch nen Fundbericht. Aber die kommen nicht aus dem Tee
gruß
Mirco
Überstürze nichts. Schau erst einmal in die Fundberichte. Danach kann es gut sein, dasseinige Fragen beantwortet sind, aber weitere aufgeworfen werden… dann können wir gerne darüber diskutieren
Übrigens: es sind nicht Viele einer Meinung mit mir, dass der Trägerrock dreiteilig sein sollte; die meisten halten noch immer an der allgemeinen Vorstellung fest, Vorder- und Rückteil sollten genau gleich sein.
Also ich gehörte ja auch zu denen, die die Vorder-/Rückteil-gleich-Variante bis jetzt favorisiert haben, aber nachdem ich dich am Wochenende mit dem Trägerrock laufen gesehen habe, bin ich nicht mehr ganz so fest davon überzeugt.
Ich glaube, ich werde im Winter (ha, ha
) mal ein paar Variationen in Baumwolle ausprobieren, aber erstmal muss ich den Fundbericht durchackern *ächz*
*hehe* wirst schon sehen, der Schnitt funktioniert prächtig und kommt wunderbar mit dem Winkel des gefundenen Fragmentes hin.
Nichts verrutscht, super bequem, gute Bewegungsfreiheit.
So hab nun auch endlich mal in das Buch Textilfunde Hafen schauen dürfen. Ist schon heftig was die aus den gefunden Stoffresten so rauslesen. urück zum Thema Trägerrock:
Ob nun deine Variante mit 3 Teilen oder die 2 teilige Variante favorisiert werden sollte ist mir trotz lesen dieses Buches nicht klar. Schicke also meine Tochter als Versuchkaninchen in die Trägerröcke. Hat ersten den Vorteil, daß der Stoffverschnitt nicht so hoch ist und sie kann das Verhältniss Bewegungsfreiheit und Tragekomfort besser beurteilen als ich oder meine Frau.
gruß Mirco
Na, da bin ich gespannt, was dabei herauskommt, Mirco
Wenn man den Winkel des Fragments verlängert und das auf jeweils Vorder- und Rückseite, welche noch gleich groß wären, verteilen würde, bekäme man ein Kleidungsstück mit unheimlicher Weite, was sich teilweise als störend erweisen würde.
Nun… kannst ja mal berichten
…achso… ich verlinke hier noch mal auf die Bilder aus Oerlinghausen, die Maic/Huginn gemacht hat, da führe ich den Trägerrock ja bereits spazieren
http://www.hallveig.de/img/oerlinghausen-huginn/
das hab ich auch mal auf einer Zeichnung versucht. das wird bei einer ca 170 cm großen frau eine riesen Weite. daher bin ich auch in diesen falle nicht von dem winkelmaß ausgegangen und habe in der 2teiligen variante 2 gerade stücke verwendet und diese ab der Hüfte mit insg 4 Keilen versehen. muss das nur noch mal zusammennähen. bin aber gerade so faul.
Keile sind hier ja nicht belegt. Und auch echt unnötig.
Deshalb habe ich mich an die Form des Fragments gehalten.
Weil das mit wenig Stoffverbrauch funktioniert.
Aber komischerweise bekommt man das “vorne-hinten-gleich-sackartige-Kleidchen” aus den Köpfchen nicht heraus
Machst Du es wenigstens ganz eng am Leib? Sonst wären die Abnäher am Fragment ja auch bedeutungslos, wenn es ein superweites Kleidungsück wäre, oder?
ja is enganliegend. deine variante kommt danach auf die teststrecke. wer nicht liest und sich keinen kopf macht und von anderen kopiert ohne zu denken, der arbeitet halt 2 mal. und ich bin immer noch faul.
Foto bitte wenns fertig ist…
hab mir das jetzt zum x.ten mal durchgelesen. ich setz mich mal hin und bastel ein bisschen mit papier, bis ich die vorderseite verstanden habe!
Oben auf dem 2. Bild; das Teil in der Mitte ist das Vorderteil
…nur damits nicht untergeht hier…
die mittlere Naht bitte ich zu ignorieren; es ist halt ein Zuschnitt aus alten Vorhängen mit vorhandenen Nähten…
Hallo,
das ist ein interessantes Schnittmuster. Mal so anders, als das was man immer so sieht.
Ich hätte da aber noch eine Frage. (Wir dürften so ungefähr die gleiche Kleidergröße haben.) Wie eng sitzt das Kleid denn nun schlussendlich? Auf den Bildern sitzt du ja leider nur damit rum. Und da die Sache mit der Länge nach wie vor strittig ist, die Fage an dich. Wie lang ist denn deine Variante geworden?…
Das sitzt knalleng, so dass da nichts mehr verrutscht. Ich muss das Teil mit Luft-Anhalten über den Kopf ziehen, theoretisch bräuchte ich auch die Träger nicht, weil das Teil bei mir nicht über die Brust rutschen könnte.
Es ist aber trotzdem bequem, da der Stoff sich mitdehnt und mitbewegt.
Die Länge variiert natürlich je nach Körpergröße; bei mir geht es bis knapp übers Knie, also ca. 80cm Länge.
Wenn man sich genau an den Winkel hält, in welchem auch das Fund-Fragment in die Weite geht, dann würde der Trägerrock ab Knie abwärts eine so große Weite bekommen, dass es störend wäre bei alltäglichen Verrichtungen. Keile an den Seiten sind ja nicht belegt, aus Stoffersparnis-Gründen und praktischen Erwägungen habe ich mich für die einfachste denkbare Möglichkeit entschieden, nämlich einfach die beiden Nähte bis zur Hüfte offen zu lassen.
Hier gehts weiter mit der Stoffbindung:
http://www.hallveig.de/weblog/?p=772
und die Unterteile fallen dann mit den 15° genau so gerade an der Vorderseite runter?
hab nämlich nach langem hin- und her und erneutem Buchausleihen beschlossen, das Ding ab der Hüfte offen zu lassen
Ja, bei mir kommt es genau hin. Die 15° decken sozusagen den Mehrbedarf an Stoff bei meinen Hüften/Bäuchlein ab.
Es kommt aber eben auch etwas auf die Figur der Trägerin an.
Bei einer sehr dünnen oder sehr molligen Frau zum Beispiel würde ich da lieber mit altem Stoff mal ein Probestück nähen.
Nun, ehrlich gesagt, würde ich es sowieso empfehlen, es so zu machen… ich habe jetzt so durch den Probestoff immer das Schnittmuster parat, welches ich neu abstecken könnte, falls sich was an meiner Figur ändert ,-)