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Archiv für die Kategorie „Wikingerkleidung“

Kai-Erik hat von Frau Prof. Hägg die Erlaubnis erhalten, die Übersetzung ihres Artikels zu veröffentlichen. Vielen Dank an dieser Stelle an Frau Prof. Hägg und Kai-Erik Ballak.
Ich möchte meinen Blog-Lesern diesen Artikel nun ans Herz legen:

Das Interesse der Öffentlichkeit für archäologische Arbeit ist groß und neue Errungenschaften auf diesem Gebiet werden verhältnismäßig viel Platz in den Medien, in der Populärliteratur, in Ausstellungen und anderen Zusammenhängen bereitet. Wie zuverlässig sind dann die in dieser Weise vermittelten Ergebnisse und wie repräsentativ sind sie für die archäologische Forschung?

Den gesamten Atikel gibt es auf http://www.haithabu-tagebuch.de/artikel/haegg_tracht_2010.html

(@Kai-Erik: *hihi* das sehe ich jetzt erst: das Headerbild auf der Seite zeigt ja meine obere Trägerrockabschlusskante! :-) Sehr schön, da sieht man endlich mal die “ripsartige Tuchbindung” :-) )

02. – 04. April Vorführung Handwerk im Experiment »Im Haus des Tuchhändlers: Wollverarbeitung und Aufschären eines Gewichtswebstuhls« (Michaela Kafai, Heidi Hübner-Weiß)

Aufgeschärt werden soll ein ganz dickes Gewebe in 2/1-Köperbindung.
Für dieses dicke, gezwirnte Garn gibt es nur einen (veröffentlichten) Hinweis für Haithabu:

Fragment S21 A-B: grobes Gewebe in Tuchbindung, Mantel oder Teppich, F/cm 3,5 bzw. 2,5, zS-gezwirnte Fäden aus dunkler Wolle. “Die Textilfunde aus der Siedlung und den Gräbern von Haithabu”.

Weshalb 2/1-Köper: nun es ist ein erster Versuch, diesen auf einen Gewichtswebstuhl zu bringen. Auch hatten wir bereits eine Tuchbindung und einen Diamantköper auf den Webstühlen; es soll jetzt zu Anschauungszwecken mal eine andere Bindung gezeigt werden.

Zwei Wochen danach soll bereits der nächste Webstuhl aufgeschärt werden. Die Kette ist noch in Planung (Diamant?).

Richtlinie war das Fragment H14A-B. Ripsartige Tuchbindung, rötlichbraun eingefärbt. Webekante oben. Zum Schnitt habe ich bereits 2007 etwas geschrieben. Ich preferiere noch immer den dreiteiligen Schnitt.

Fotos von Kai-Erik (www.haithabu-tagebuch.de):

(Copyright Kai-Erik Ballak) (Copyright bei Kai-Erik Ballak)

Original-Textilfragmente wie das H14, welches hier zugrunde lag- gibt es übrigens nicht mehr in der Ausstellung.
Vielmehr werden kleine Filme von normalen Darstellern gezeigt, die das äußere Erscheinungsbild zeigen sollen.
Gläserne Spinnwirtel, Lederfunde/Schuhe und manch Anderes fehlt ebenso im Original.
Dafür gibt es viele bisher nicht gezeigte spektakuläre Funde und es wird viel mehr auf die Handelsbeziehungen eigegangen. Für den normalen Besucher ist die Ausstellung spektakulär, spannend, unterhaltsam. Auch sind jetzt Begleittexte in Englisch und Dänisch dabei.
Wer allerdings z.B. ein Bekleidungsstück herstellen möchte, muss nun allein auf Literatur zurückgreifen und muss auf das Ansehen im Original verzichten. Schade, denn manche Dinge sind in den Fundberichten auch nicht oder nur zeichnerisch abgebildet.

Fotos zum Saisonstart in den Wikingerhäusern Haithabu bei: Kai-Erik

Ich zitiere mal einen Beitrag aus 9/2009:

Fragment S21 A-B: grobes Gewebe in Tuchbindung, Mantel oder Teppich, F/cm 3,5 bzw. 2,5, zS-gezwirnte Fäden aus dunkler Wolle. Genaueres in “Die Textilfunde aus der Siedlung und den Gräbern von Haithabu”. Dieses Fragment hat mich dazu bewegt, aus meinem -leider hellen- gezwirnten Wollgarn, von welchem ich noch so viel habe, einen Stoff in der Stärke des S21 zu weben:


Nun schäre ich aus diesem Garn noch einmal eine Kette für einen Gewichtswebstuhl; die Anfangskante wird mit 8 Brettchen gewebt:

Weben ist so schön meditativ, man kommt richtig zur Ruhe. So langsam geht es voran; allerdings ist das Kettgarn dermaßen dünn und leicht reißbar, dass ich vorsichtig arbeiten und oft flicken muss. Hier sind es nun 14 Kettfäden/cm. Aber ich muss den neuen Webstuhl ja auch erst kennen lernen und werde beim Aufschären der nächsten Kette einige Dinge etwas anders machen.