Archiv für die Kategorie „Wikingerkleidung“
Den Artikel zu meinen ursprünglichen Überlegungen zu den Trägerrockfragmenten H14A-B habe ich nunmehr zusammen mit Stephan überarbeitet.

In diesem Artikel wird ausschließlich auf einen möglichen Schnitt eingegangen; nähere Angaben über Nähsticharten, Abnäher und Zierflechte sind aus “Die Textilfunde aus dem Hafen von Haithabu” entnehmbar. Die Zierflechte jedoch wird auf dieser Homepage zu einem späteren Zeitpunkt gesondert behandelt werden. Als ich 2008 erstmalig versuchte, aus den Fragmenten H14A-B Rückschlüsse auf einen Schnitt zu ziehen, habe ich folgende Erwägungen zugrunde gelegt: Da das Fragment asymmetrisch geformt ist, ist von einem entsprechenden Vorderteil auszugehen. Ich habe bei Fragment H14A den seitlichen vertikalen Winkel der “leicht gebogenen Kante” von 15° verlängert und habe die gerade Seite als rückwärtige Mittelnaht angenommen… der gesamte Artikel ist auf http://www.skjoldmus.de/Anleitung-Traegerrock.html zu finden. Ich empfehle dringend, auch diese Hinweise zu lesen: http://www.skjoldmus.de/Anleitung_Allgemeines.html
Ragna und ich haben heute die Kette fertig aufgebäumt. In den nächsten Tagen mache ich die Verschnürungen neu und dann geht es gemeinsam ans Litzenstechen…


Beim Handwerk kann ich gut abschalten, alle paar Tage habe ich ein wenig Kraft, etwas zu machen. Ich bin froh, dass ich Zuhause so viele Möglichkeiten habe.

Zur Webkette ein Beitrag aus 9/2009:
Fragment S21 A-B: grobes Gewebe in Tuchbindung, Mantel oder Teppich, F/cm 3,5 bzw. 2,5, zS-gezwirnte Fäden aus dunkler Wolle. Genaueres in “Die Textilfunde aus der Siedlung und den Gräbern von Haithabu”. Dieses Fragment hat mich dazu bewegt, aus meinem -leider hellen- gezwirnten Wollgarn, von welchem ich noch so viel habe, einen Stoff in der Stärke des S21 zu weben:
So in etwa wird der Stoff aussehen; es wird wieder ein Rechteckmantel/Umschlagtuch. Für wen, das weiß ich noch nicht; die Wolle muss weggearbeitet werden.
Auch gibt es erste Töpferversuche; ca. alle zwei Wochen gehe ich in einen Kurs, um Grundbegriffe zu erlernen; die Bedingung für die Überlassung des Töpferofens durch meinen Schwiegerpapa an mich.

Ach ja, und bei Skjoldmus gibt es eine kleine Neuigkeit
über die ich mich wirklich sehr freue:
Insgesamt gibt es in den letzten Tagen viele positive Rückmeldungen, die mich motivieren, handwerklich Zuhause weiterzumachen.
Kai-Erik hat von Frau Prof. Hägg die Erlaubnis erhalten, die Übersetzung ihres Artikels zu veröffentlichen. Vielen Dank an dieser Stelle an Frau Prof. Hägg und Kai-Erik Ballak.
Ich möchte meinen Blog-Lesern diesen Artikel nun ans Herz legen:
Das Interesse der Öffentlichkeit für archäologische Arbeit ist groß und neue Errungenschaften auf diesem Gebiet werden verhältnismäßig viel Platz in den Medien, in der Populärliteratur, in Ausstellungen und anderen Zusammenhängen bereitet. Wie zuverlässig sind dann die in dieser Weise vermittelten Ergebnisse und wie repräsentativ sind sie für die archäologische Forschung?
Den gesamten Atikel gibt es auf http://www.haithabu-tagebuch.de/artikel/haegg_tracht_2010.html
(@Kai-Erik: *hihi* das sehe ich jetzt erst: das Headerbild auf der Seite zeigt ja meine obere Trägerrockabschlusskante!
Sehr schön, da sieht man endlich mal die “ripsartige Tuchbindung”
)
02. – 04. April
Vorführung Handwerk im Experiment »Im Haus des Tuchhändlers: Wollverarbeitung und Aufschären eines Gewichtswebstuhls« (Michaela Kafai, Heidi Hübner-Weiß)
Aufgeschärt werden soll ein ganz dickes Gewebe in 2/1-Köperbindung.
Für dieses dicke, gezwirnte Garn gibt es nur einen (veröffentlichten) Hinweis für Haithabu:
Fragment S21 A-B: grobes Gewebe in Tuchbindung, Mantel oder Teppich, F/cm 3,5 bzw. 2,5, zS-gezwirnte Fäden aus dunkler Wolle. “Die Textilfunde aus der Siedlung und den Gräbern von Haithabu”.
Weshalb 2/1-Köper: nun es ist ein erster Versuch, diesen auf einen Gewichtswebstuhl zu bringen. Auch hatten wir bereits eine Tuchbindung und einen Diamantköper auf den Webstühlen; es soll jetzt zu Anschauungszwecken mal eine andere Bindung gezeigt werden.
Zwei Wochen danach soll bereits der nächste Webstuhl aufgeschärt werden. Die Kette ist noch in Planung (Diamant?).


