Archiv für die Kategorie „Brettchenweben“
Zum Schluss hatte ich auch keine Lust mehr…ein anderes Muster zur Abwechslung muss her…so schön Birka-22 auch ist…

Nachdem ich letztends auf meinem kleinen Webrahmen mit Baumwollgarn die Elisenhof-E-417-Borte einige Zentimeter probegewebt habe, kann ich nun endlich diese Borte mit Wolle in Angriff nehmen.
Aber erst kommen die Pflichten *bäh* Haushalt, Einkaufen, Physiotherapie, Hühnersuppe kochen, Vogelkäfig saubermachen, Gartenarbeit. Ob ich heute wohl dann noch zu der Borte kommen werde?!?
Ich habe gestern mal endlich den Hansen-Webbrief (etwas korrigiert von Steinmaus) zum E-417 getestet.
Erst kam Kuddelmuddel heraus, aber als ich die Webrichtung der Kästchen umgedreht gemacht habe, kam das auf dem Webbrief gezeichnete Muster. Leider ähnelt es im Ergebnis doch kaum dem Bild des Fundstückes. Es ist viel zu sehr in die Länge gezogen und die starke Struktur, die das Fundstück ausmacht, ist kaum vorhanden.
Schnell also die dunklen Fäden abgeschnitten und nur noch mit je 2 hellen Fäden pro Brettchen gewebt… das Ganze immer schön fest zusammengezogen und siehe da: es ähnelt dann schon sehr dem Original-Muster ![]()
so abgewandelt kann man den Musterbrief schon brauchen ![]()
allerdings ist es sehr mühselig, mit nur 2 nebeneinanderliegenden Fäden in den Brettchen zu weben; sobald die Drehung es ergibt, dass 2 Fäden oben liegen, fällt das Brettchen nach unten aus dem Stapel. Da man viele Brettchen einzeln drehen muss und schon dazu irgendwie beide Hände benötigt, ist es schwierig, den bereits gedrehten Haufen durchgehend festzuhalten.
Ich überlege gerade, ob man den Struktureffekt nicht auch dadurch erreichen würde, wenn man sehr dünne Fäden derselben Farbe nähme…? Dadurch hätte man trotzdem mehr Halt im Brettchenstapel…
Bevor ich also irgendwann diese Borte aus Wollgarn webe, werden noch ein paar Baumwoll-Testborten vonnöten sein…
Frettchenweben macht süchtig…
und so habe ich gestern wieder eine neue Kette aufgeschärt. Weils so schön war; noch einmal das Flechtmuster Birka 22, dieses Mal als reine Schurwollborte. Auf den kleinen Rahmen werde ich heute wohl das Muster E-417 aus der frühgeschichtlichen Wurt Elisenhof aufschären; zwar ist der Musterbrief nicht so ganz korrekt, aber das Ergebnis wird wohl dem Original sehr nahe kommen. Der entsprechende Thread bei Flinkhand zum Thema Elisenhof-Borten:
E-417 bei Flinkhand.
Überhaupt mal so als allgemeiner Tipp: Falls es in Haithabu ein Fundstück nicht geben sollte, kann man gut auf die Elisenhof-Funde (anderes Ende vom Danewerk sozusagen
) ausweichen. Zumindest die Textilfunde datieren alle auf 800 n.Chr.
Auf der Suche nach Bortenfunden des Hochdorfgrabes gelangte ich hierhin:
Keltenmuseum
Hier eine schöne Rekonstruktion:
Weberey
Da sind auch Rekonstruktionen des Mammen- und Snartemobandes zu sehen.
Die Web-Briefe dazu gibt es bei Guntram.
Nach etwa 15cm weben haben sich die Fäden hinter der Webarbeit dermaßen verdreht, dass ein Weiterweben nicht möglich war. Also kam nun meine erste Musterumkehr: mit dem letzten Webeschritt wieder anfangen und tatsächlich immer die Karten andersherum drehen, als im Musterbrief. Es funktioniert wunderbar
Im übrigen habe ich mal auf die Zeit geachtet: 1 Stunde für 15cm Band… na, das geht ja noch

